MDR Kultur – Interview mit Anja Paumen

MDR KULTUR am Morgen

Die Fragen stellte Thomas Bille.

1.11.2021, 06:15 Uhr – COP26 – Wie noch die Kurve kriegen?
Klimaschutz brauche vor allem eines: gute Vermittlung. In ihrem Buch „Projekt Klima – Was jetzt geschehen muss, um noch die Kurve zu kriegen“ zeigt die Biologin und Buchautorin Anja Paumen Lösungsansätze und Motivationen für effektiven Klimaschutz.

Saarländischer Rundfunk – Interview mit Anja Paumen

Was sollten wir als Erstes anpacken, um beim Klimaschutz keine Zeit mehr zu verlieren, wollte die Moderatorin im Interview auf SR 2 von mir wissen. Weitere Fragen bezogen sich auf die Rolle von Gas und Wasserstoff für die Energiewende und natürlich was die Weltklimakonferenz in Glasgow, COP26, bringen kann.

Näheres dazu im Interview auf dem Kultursender SR2 des Saarländischen Rundfunks mit der SR2-Moderatorin Katrin Aue.  Das Interview zum Nachlesen zusammengefasst auf der SR-Homepage

oder zum Nachhören in der SR-Mediathek

„Wasserstoff ist ganz, ganz wichtig“

Audio | 29.10.2021 | SR 2 – Katrin Aue / Anja Paumen

Wasserstoff ist bei der so genannten Transformation, der Umgestaltung der fossil basierten Wirtschaftsweise zu einer auf erneuerbaren Energien aufbauenden, besonders entscheidend. Das ist besonders für das Saarland interessant, weil das Bundesland  sich eine eigene Wasserstoffstrategie gegeben hat. Wasserstoff ist auch für die Dekarbonisierung, die „Befreiung von Kohlenstoff“ in der Stahlherstellung unerlässlich. Und die Stahlindustrie spielt im Saarland an der Grenze zu Frankreich traditionell eine große Rolle. Saarland könnte bei der Weiterentwicklung von Wasserstofftechnologien daher eine Vorreiterrolle übernehmen.

„Projekt Klimaschutz“ hat begonnen

Mein neues Buch „Projekt Klimaschutz“ ist soeben im Buchhandel und im Internet erschienen.
Warum es anders ist als alle anderen Klimabücher, ist schnell erzählt. Warum es hilft, die Kurve der Emissionen zu drücken auch. Aber das steht im Buch selbst.

Projekt Klimaschutz
Was jetzt geschehen muss, um noch die Kurve zu kriegen

Anja Paumen

ISBN: 978-3-96238-295-7
Softcover, 320 Seiten

Das Buch  ist Anfang Oktober 2021 im Oekom-Verlag erschienen.

Jetzt kaufen!

Hier geht es zur ausführlichen Buchvorstellung.

Gerne komme ich zu Ihrer Veranstaltung, um die Erkenntnisse und Thesen meines Buches in einem lebendigen Vortrag vorzustellen.
Nehmen Sie dazu Kontakt mit mir auf.

Pressemitteilung zum Erscheinungstermin

 

Sprechen wir über Schuld

Wenn die noch amtierende Bundeskanzlerin Angela Merkel auf Schuld angesprochen wird, fehlen ihr die Worte. Angesichts der Zerstörung wirkte die Regierungschefin fassungslos. Dafür kenne die deutsche Sprache kaum Worte, sagte sie. Das, was sie in Schuld sah, sei surreal und gespenstisch.

Aber was bedeutet das, wenn wir von surreal und gespenstisch sprechen? Dem ging der Kulturwissenschaftler Moritz Ingwersen nach. „Surreal“ stehe für vermeintlich fremd, sagte er in einem Vortrag dieser Woche in Dresden. Wörtlich übersetzt steht „surreal“ für überwirklich, also der Wirklichkeit entzogen, darüber stehend oder schwebend. In der Kunst würde man mit dem Wort „surreal“ auch Traumlandschaften beschreiben, erklärte der Juniorprofessor der TU Dresden. Wirklichkeit und Träume verschwimmen in surrealen Bildern.

„Gespenstisch“ stehe für etwas Fremdartiges, so Jun.-Prof. Ingwersen weiter, aber nicht nur. Denn in dem Wort stecke auch die Bedeutung, dass dieses Gespenstische ein Zeichen für ein Trauma sein kann. Etwas, was wir Menschen irgendwann schon einmal gesehen und erlitten haben. „Wir haben etwas verdrängt. Es war also schon da“, interpretiert Ingwersen das Wort. Das Gespenst kehrt wieder zurück.

Was aber ist Verdrängung? Im Sport ist das Wort geläufig. In der Sportschau berichtet der Kommentator, dass Bayern München Borussia Dortmund von dem ersten Platz verdrängt hat. Mag sein, dass es für die Borussen auch eine Art von Trauma ist, schließlich war es sicherlich nicht das erste Mal.

Dass die Fußballer von Dortmund wie Reus oder Haaland in der Folge aber daran gehindert sind, ihren Alltag zu bewältigen, darf bezweifelt werden.

Bild aus einem Video des Spiels Dortmund gegen Bayern im Supercup 2021. Quelle: ZDF

Kurzum: Beim Sport vom ersten Platz verdrängt zu werden, ist doof, aber gehört zum Sport dazu. Das weiß jede/r Sportler:in und weil sie/er das weiß, kann sie/er sich auch stark dagegen wehren. Diese Tatsache zu verdrängen, wäre in dem Fall sogar kontraproduktiv.

In der Lehre von der Seele, der Psychologie, hat Verdrängung aber eine ganz andere Funktion. Denn hier ist Verdrängung eine Schutzfunktion für die Seele. Verdrängt wird ein schwer zu verarbeitendes Erlebnis, das uns das Weiterleben erschweren könnte, wenn wir weiter daran denken würden. Daher müssen wir es vergessen oder es so weit wegpacken, dass wir das Erlebte nicht mehr sehen oder uns daran erinnern. Gerade weil das Ereignis nicht oder nur schwer zu verarbeiten ist, schieben wir es aus einer Notsituation heraus weit weg in die Tiefen unseres Bewusstseins, was dann das Unterbewusstsein ist. Damit ist das Erlebte nicht mehr bewusst. Es ist aber unterbewusst noch da. Das Ereignis oder genauer gesagt die Erinnerung daran schlummert in uns wie ein unterirdisch aktiver Vulkan.

Wenn das so ist, dann sind die Worte der Kanzlerin in Schuld neu zu bewerten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel am 18. Juli 2021 in Schuld im Ahrtal. Quelle: ARD Mediathek

Das, was sie am 18. Juli bei ihrem Besuch in dem zerstörten Eifelort Schuld sieht, sei surreal und gespenstisch, weil es für sie unwirklich und vermeintlich fremd ist. Aber eben nur vermeintlich also nicht wirklich fremd! Das hat sie und das haben wir genauso schon einmal gesehen. Wir – wie die Kanzlerin auch. Diese Bilder kennen wir aus anderen Teilen der Erde. Uns jetzt kommt das Entscheidende: Wir wissen auch was dahinter steckt. Wir wissen es, wollen es aber nicht wahrhaben. Verdrängung!

Wir können Erlebtes verdrängen oder nur das Wissen darum. Auch das Wissen lässt sich verdrängen, weil es genauso schmerzhaft sein kann wie etwas konkret Erlebtes. Denn auch Wissen wird von uns erlebt: Wir sehen Bilder, hören Nachrichten, lesen Informationen und haben dann dazu Gefühle, die uns so schmerzen, dass wir sie verdrängen wollen. Verdrängtes kommt also ursprünglich aus der Wirklichkeit. Es ist oder war zu einem bestimmten Moment wahr, echt und real. Danach haben wir es aber aktiv vergessen wollen und deswegen verdrängt.

Aber jetzt angesichts von Schuld können wir es nicht mehr verdrängen.

Es poppt wieder hoch: Wie ein Korken, den wir unter Wasser drücken wollen. Wir alle wissen was hinter der Flutkatastrophe im Ahrtal, an der Erft und der Wupper steckt. Der Klimawandel.

Ganz ehrlich: Verdrängung ist kurzfristig sinnvoll, aber auf Dauer macht es alles nur schlimmer. Ich habe ein Mittel für Sie und dich gegen die Verdrängung des Klimawandels. Es ist ein Mittel, das gut verträglich ist und deren Gebrauch Heilung in Aussicht stellt.

Heilung für unsere Seele und unsere Erde: Wir können etwas gegen den Klimawandel tun.

Details erfahren Sie und erfährst du in meinem neuen Buch.

Das neue Buch: Projekt Klimaschutz, erscheint im oekom Verlag

Erscheint am 5. Oktober im Buchhandel. Jetzt schon vorbestellbar.

Tesla gewinnt – aber nicht nachhaltig

Beim Wort nachhaltig geht gehörig was durcheinander – oder läuft auseinander. Über einen Widerspruch im Sprachgebrauch… über ein Synonym, das keines ist.

Gestern am 23. Juli 2020 kam folgende Meldung in den Nachrichten vom Deutschlandfunk:
„Nachhaltiger Gewinn bei Tesla!“

Sorry, aber das ist falsch! Im ursprünglichen Sinne gibt es keinen nachhaltigen Gewinn bei Tesla. Warum nicht? Der Gewinn bei Tesla kann nicht nachhaltig sein, denn der Gewinn von Tesla kommt durch massenhafte Produktion und Verkäufen von Elektroautos zustande.

Von April bis Juni 2020 erwirtschaftete Tesla einen Gewinn von 104 Millionen Dollar. Damit, so heißt es auf der Webseite der Tagesschau, schrieb das US-Unternehmen erstmals seit der Gründung 2003 über zwölf Monate hinweg schwarze Zahlen. Anders gesagt: das sind vier Quartalsgewinne in Folge. Der letzte also im Jahresquartal April, Mai, Juni 2020.

Damit nicht genug: trotz Corona Pandemie, so heißt es weiter, halte der E-Autobauer an seinem ambitionierten Ziel fest, im Jahr 2020 über 500.000 Autos auszuliefern. Während der Automarkt in der Corona Krise weltweit einbrach, verlor Tesla nur etwa fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, weil Tesla immer noch 91.000 Fahrzeuge in drei Monaten absetzen konnte.

So mehr muss man eigentlich dazu nicht schreiben.

Nachhaltig ist hier wohl eher gemeint im Sinn von langanhaltend. Aber langanhaltend ist NICHT gleich nachhaltig. Zumindest nicht in dem Sinne von nachhaltig wie es in anderen Zusammenhängen in der Gegenwart von Medien und Menschen benutzt wird und wie es auch ursprünglich bei Einführung des Wortes gedacht war. Eigentlich bedeutet nachhaltig so viel wie umwelt- und ressourcenschonend, generationengerecht und menschenschonend. Hier die genaue Definition von nachhaltiger Entwicklung aus dem Brundtland-Bericht von 1987, mit der der Begriff in die globale Diskussion eingebracht wurde.

Sustainable Development is development that meets the needs of the present without compromising the ability of future generations to meet their own needs.  Nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart sichert, ohne die Fähigkeit zukünftiger Generationen zu beeinträchtigen, ihre Bedürfnisse zu sichern. (Abschlussbericht der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung, world commission for environment and development, wced, 1987).

Der daraus abgeleitete Begriff Nachhaltigkeit, Sustainibility, wird in der Definition vom Weltklimarat IPCC, so übersetzt: A dynamic process that guarantees the persistence of natural and human systems in an equitable manner. Okay, das ist dann der Super-Anspruch: Ein dynamischer Prozess, der das Weiterbestehen des natürlichen und menschlichen Systems in einer gerechten Art und Weise garantiert.

Vielleicht kann man sich hierauf einigen: Sustainable development is development that meets the needs of the present and future generations through balancing economic, social and environmental considerations. (IPCC Special Report 1,5°C, 2018). Aber auch hier ist von einem Ausgleich, von einer Balance zwischen wirtschaftlichen, sozialen und umweltbedingten Überlegungen die Rede.

Ein globales auf maximalen Gewinn ausgelegtes Unternehmen, das diese Balance lebt, gibt es meines Wissens nicht. Oder kennen Sie so eines? Ein Unternehmen, das eine halbe Million Autos pro Jahr ausliefern will, ist weder ressourcenschonend noch generationengerecht. Es wird mit dieser Produktion das Weiterbestehen des natürlichen Systems auf unserer Erde nicht garantieren, wie vom Begriff her gefordert. Vielleicht ist es gut für die Menschen, die gerade in dem Moment in den Autohallen arbeiten und für die in den Zulieferbetrieben. Aber wie lange soll das weitergehen? Dieses Unternehmen von seinem Anspruch her oder von seinem Gewinn her als nachhaltig zu charakterisieren ist entweder a) irrsinnig oder b) in einem anderen Sinn von nachhaltig zu verstehen. Eben wie langanhaltend. Aber das muss man erkennen und nicht als Etikettenschwindel durchgehen lassen! Auch ein Krieg kann lange anhalten, aber nachhaltig würde ich ihn nicht nennen.

Cottbus wirbt für Klimaschutz

Cottbus hat ein neues Symbol, das in der Klimawissenschaft für mehr Engagement zum Schutz des Klimas steht.

Die Fassade des neuen Bahnhofsgebäudes zieren die Warming Stripes, die Wärmestreifen.

Bahnhofsgebäude mit Streifenfassade. www.s-h.info/

Diese so genannten Warming Stripes stehen in der Klimawissenschaft als markantes Bild für den Anstieg der weltweiten Lufttemperaturen in den letzten 150 Jahren. Sie gehen auf den britischen Klimaforscher Ed Hawkins zurück, der sie 2018 der Wissenschaftsgemeinde vorstellte.

Die Warming Stripes sind das Logo der Scientists for Future geworden. Hier haben sich über 25.000 Wissenschaftler zusammengeschlossen, um die Fridays for Future Bewegung zu unterstützen.

Wissenschaftler für die Zukunft – Sie unterstützen die Fridays for Future Bewegung. www.scientists4future.org

Mit dieser Botschaft an einem ihrer wichtigsten Knotenpunkte stellt sich die brandenburgische Stadt, mitten in der Debatte um Kohleausstieg und Strukturwandel, auf die Seite der Klimawissenschaftler: Raus aus der Kohle – rein in die Zukunft. Cottbus für Klimaschutz.

Die Fassade wurde von dem Design Büro Strauss & Hillegaart aus Cottbus gestaltet.

„Wenn das so gesehen wird, dann ist das total super“, bekennt Markus Hillegaart. Er ist Geschäftsführer des Design Büros und begrüßt die Interpretation mit dem Klimawandel ausdrücklich, wie er sagt. Ihre Inspiration für das Design seien aber die Wolken und ein vorbeifahrender Regionalexpress gewesen. Wenn diese verpixelt werden, so Hillegaart, ergeben sie dieses Streifenbild.

Die Fassade des Bahnhofsgebäude mit den Warming Stripes. www.s-h.info

Zufall?

Wolken sind in der Klimawissenschaft eines der kritischsten Forschungsbereiche. Manche Wolkenbildungen erwärmen die Atmosphäre, andere kühlen sie! In Zukunft könnte man an der Wolkenbildung drehen wollen. Auch der Regionalexpress passt ins Bild. Wer auf die Bahn umsteigt, schont das Klima. Wir brauchen mehr Züge für die Zukunft.

Für mich ist das definitiv kein Zufall. Es ist ein Wink für die Stadt und die Region. Cottbus steht wie die gesamte Lausitz am Scheideweg. Auf in die Vergangenheit oder zurück in die Zukunft? Aber entscheiden Sie selbst!

Bahnhofsuhr – in den Wolkenstreifen. www.s-h.info/

Hintergrund:

Für jedes Land lässt sich ein eigenes Warming-Stripes-Muster anfertigen, je nachdem wie weit die nationalen Durchschnittstemperaturen schon gestiegen sind. Weltweit sind die Temperaturen um 1,1°C gemittelt über alle Land- und Wasserflächen der Erde bereits angestiegen. Aber in den nördlichen Regionen sind die Anstiege viel höher. In der Arktis liegen die Temperaturanstiege teilweise bei 3 – 4°C und auch in Deutschland, das weit nördlich auf der Nordhalbkugel liegt, sind die Durchschnittstemperaturen schon viel stärker als weitweit gestiegen: um 1,6°C. Das belegen die aktuellen Werte des Deutschen Wetterdienstes von 2020. Damit steht Deutschland schon jetzt außerhalb des ambitionierteren Pariser Klimaziels. In Paris ist 2015 vereinbart worden, dass die Weltgemeinschaft die Temperaturerhöhung auf 2°C und möglichst sogar auf 1,5°C begrenzen soll.

Seit Juli 2018 gibt es auch nationale Wärmestreifen für Deutschland. Sie basieren auf den historischen und aktuellen Temperaturwerten aus Deutschland. Diese werden dann in Farbstreifen übersetzt.

Wärmestreifen für Deutschland. www.klimafakten.de

Die Grafik visualisiert die Durchschnittstemperatur für Deutschland zwischen 1881 und 2017; jeder Streifen steht für ein Jahr, Basis ist der Datensatz des DWD; Grafik: Ed Hawkins/klimafakten.de.

In manchen Bildern ist das Rot schon in Schwarz übergegangen – ganz rechts auf der Skala. Schwarz – für einen Anstieg von mehr als 2°C.

Masquerade ball – Corona protection for you and me

What we should definitely learn from the Asian culture now.

First things first: we are doing a lot of things right in the fight against the corona pandemic in retrospect, but one thing is still missing: the wearing of respiratory masks recommended by politicians and scientists and implemented by all of us. This would make it more likely to reduce the infection rate. The overall goal of slowing down the number of infections would possibly be achieved more quickly.

Why? Let’s for one moment not think in Western individualistic terms, but in Asian collective terms. Yesterday this choice was still a question of culture, but today in times of the Corona pandemic it is a question of survival.

People in Asia either think first of the community and then of themselves or at least in the same BREATH of their community AND of themselves. People in Japan who feel to have caught a cold or contracted any kind of an infection or at least are coughing for what reason so ever, they all do wear a respiratory mask or face mask in public.

In Japan, this is a custom, link in German here,  because you don’t want to bother others: neither with your private needs nor with your physical sputum, or more nicely put, with your private infectious droplets. Therefore, people wear respiratory masks or face masks in public as a matter of course. It is this mask wearing culture that we also need in Germany, in Europe or in the US, i.e. in Western thinking, in times of the Corona Pandemic.

The WHO, i.e. the World Health Organisation or the Robert Koch Institute, RKI, the national infection control authority in Germany, advise that people who have become infected with the corona virus should wear protective masks. This makes immediate sense. After all, if someone is carrying the virus inside, they are flinging infectious droplets into the ambient air when they speak, cough or even exhale.

But the same authorities like WHO, RKI do not recommend protective masks to protect against infection with the Sars-CoV-2. The reason is that the normal face masks only filter simple dust and dirt particles out of the air. Pathogenic viruses or bacteria or even toxic dust can still penetrate from outside. For protection in such extreme cases there are special respiratory masks needed that are named after a FFP classification, at least the ones in Germany. In today’s corona pandemic, only FFP3/ N95 masks protect against infection with the Sars-CoV-2, i.e. the corona virus. These special respiratory or face masks are in most of the countries sold out for now and should only be reserved for particularly vulnerable professional groups such as doctors, nurses, and also police officers doing controls and others.

If the WHO and the RKI now advise that sick people who suffer covid-19 should wear masks and indeed masks of all kinds, the logical conclusion is that we ALL should wear masks. That is clear, because:

Do you know if you are infected? Probably not. Do I know if I’m infected? No. You are assuming you’re not – as the vast majority still do in this country. But most, if not all, of the contagions in Germany were unknowingly transmitted. The caretaker in the old people’s home did not know he brought the virus from Italy and infected the majority of the residents. Nine people died. The bartender at the ski bar in Austria did not know he was infected but the returning ski tourists brought the virus home with them – unknowingly.

Assuming the caretaker would have worn a face mask, simply because in times of Corona it is appropriate to wear one, many would still be alive.

If the health authorities advise that everyone who is infected must wear a mask, then actually everyone must wear one EXCEPT those who definitely know that they are not infected. Or even better, only those who know they are already cured should walk around without a mask. Because I can become infected from one second to the next, even if I got my negative test result yesterday.

All observations from Asian countries, especially Japan, South Korea and Singapore, suggest that the general wearing of masks in public has helped to significantly reduce the infection rate. A comparison between the countries Japan and Italy alone shows that both had equally high case numbers at an early stage. Then, however, the number of newly infected people in Italy increased much more than in Japan, as it is reconstructed here: Observations on corona in Japan . What may explain this beside other reasons is the different culture towards wearing a mask. In Japan, wearing a mask for all in public has been a citizen’s first obligation since the Corona outbreak. With success: on March 24, 2020, the Japanese Prime Minister announces that schools would reopen after the Easter holidays!

It is controversial whether wearing a normal mask even protects its own wearer. But even for this there are indications, link in English here: Protection for others and yourself through masks. But even if self-protection is low or not explicitly known for now, we do certainly protect our fellow human beings by wearing a mask. Since if I should be infected very often I do not know it (yet), because I do not suffer from symptoms or do not connect them to the Corona virus. But it has been said that even a few days ahead of any symptoms the infected person is contagious for others. What if I now unknowingly infect someone who is at risk like the elderly? What if my exhalation droplets sail over to someone who is in fact young but has a higher vulnerability that I know nothing about and he may also not himself?

If I, you and all of us now always wear a mask as soon as we leave the house, we will certainly protect the others – and perhaps ourselves as well. The good part: Not only masks that can be bought will do, but also the cotton cloths that we stretch in front of our mouth and nose! This comes from different studies e.g. form this one in English: Cotton cloths protect others. And in the meantime, there are also instructions on the net for sewing a mask yourself, for example from the German city of Essen, here: sewing instructions for masks in German with pictures.

So let us be a little Asian for the time period of Corona! Let’s think of the others in the same BREATH as we think of us! Then we all win. How easy it is. I consider the well-being of the others and in doing so I also take care of myself. Because with a general mask wearing culture the infection rate goes down even faster. At least that’s what the two studies linked to this text and further sources strongly suggest. I care for you and him and her and with that same action I take care of myself. How great is that!

Maskenball – Coranaschutz für dich und mich

Was wir uns jetzt von der asiatischen Kultur unbedingt abgucken sollten.

Das Wichtigste zuerst: Wir machen vieles im Kampf gegen die Corona Pandemie im Nachhinein richtig, aber eines fehlt noch: das von der Politik und Wissenschaft empfohlene und von uns allen umgesetzte Tragen von Atemschutzmasken. Dann wäre die Wahrscheinlichkeit, die Infektionsrate zu senken, höher. Dann würde das Ziel, die Zahl der Infektionen langsamer steigen zu lassen, möglicherweise schneller erreicht.

Warum? Denken wir einmal nicht westlich-individualistisch, sondern asiatisch-kollektiv also gemeinschaftlich. Das war gestern noch eine Frage der Kultur, aber heute in Zeiten der Corona Pandemie ist es eine Frage des Überlebens.

Die Menschen in Asien denken entweder zuerst an die Gemeinschaft und dann an sich oder zumindest im gleichen ATEMZUG an ihre Gemeinschaft und an sich. Wer sich in Japan erkältet fühlt, wer gerade eine Infektion durchmacht oder aus welchem Grund auch immer an Hustenanfällen leidet, trägt in der Öffentlichkeit eine Atemschutzmaske.

In Japan ist das eine Gewohnheit, weil man andere nicht belästigen möchte: weder mit seinen privaten Bedürfnissen noch mit seinen körperlichen Auswürfen oder netter formuliert, mit seinen privaten infektiösen Tröpfchen. Daher tragen die Menschen Atemschutz- oder Mundschutzmasken ganz selbstverständlich in der Öffentlichkeit. Es ist diese Maskentragekultur, die wir in Zeiten der Corona Pandemie auch in Deutschland und in Europa, also im westlichen Denken, brauchen.

Die WHO, also die Gesundheitsorganisation der Vereinten Nationen oder das Robert-Koch-Institut, RKI, die nationale Infektionsbekämpfungsbehörde in Deutschland, raten, dass die Personen, die sich mit dem Corona Virus infiziert haben, Schutzmasken tragen sollen. Das macht sofort Sinn. Denn wenn einer das Virus in sich trägt, dann schleudert er es in seine Umgebungsluft, wenn er spricht, hustet oder auch nur ausatmet.

Die gleichen Behörden sagen aber nicht, dass diese normalen Masken, vor einer Ansteckung mit dem Sars-CoV-2 schützen. Denn die normalen Masken filtern nur einfache Staub- und Schmutzteilchen aus der Luft. Krankheitserregende Viren oder Bakterien oder auch giftige Stäube dringen von außen ein. Für den Schutz in solchen Fällen gibt es spezielle Masken, die eine FFP-Klassifizierung haben. Im konkreten Corona Pandemiefall schützen nur FFP3 Masken vor einer Ansteckung mit dem Sars-CoV-2, also dem Corona Virus. Diese Spezialmasken sind ausverkauft und sollten nur den besonders gefährdeten Berufsgruppen vorbehalten sein wie Ärzte, Pfleger aber auch Polizisten bei Kontrollen und anderen.

Wenn nun die WHO und das RKI rät, dass erkrankte Personen Masken tragen und zwar Masken jeder Art, dann ist der logische Schluss, dass wir ALLE Masken tragen sollen. Das ist klar, denn:

Wissen Sie ob Sie infiziert sind? Wahrscheinlich nicht. Weiß ich, ob ich infiziert bin? Nein. Sie gehen davon aus, dass Sie es nicht sind – wie die überwiegende Mehrheit noch in diesem Land. Aber die meisten Ansteckungen, wenn nicht alle in Deutschland, geschahen unwissentlich. Der Pfleger im Altenheim wusste nicht, dass er das Virus aus Italien mitgebracht hat und steckte die Mehrzahl der Bewohner an. Neun Personen starben. Der Barkeeper in der Skibar in Österreich wusste es nicht und die heimgekehrten Skiurlauber brachten das Virus mit nach Hause.

Angenommen der Pfleger hätte eine Atemmaske getragen, einfach weil es in Zeiten von Corona angebracht ist, eine zu tragen, dann wären viele noch am Leben.

Wenn die Gesundheitsbehörden raten, dass alle die infiziert sind, eine Maske tragen müssen, dann sollten eigentlich nur die Personen KEINE tragen, die wissen, dass sie nicht infiziert sind. Oder noch besser: nur die sollten ohne Maske herumlaufen, die wissen, dass sie schon geheilt sind. Denn infizieren kann ich mich von einer Sekunde auf die nächste, also auch wenn ich gestern noch mein negatives Testergebnis bekam.

Alle Beobachtungen aus den asiatischen Ländern vor allem in Japan, Südkorea und Singapur, legen nahe, dass das allgemeine Tragen von Masken in der Öffentlichkeit dazu beigetragen hat, die Infektionsrate deutlich einzudämmen. Allein ein Vergleich zwischen den Ländern Japan und Italien zeigt, dass beide zu einem frühen Zeitpunkt gleich hohe Fallzahlen hatten. Dann aber stieg die Zahl der Neuinfizierten in Italien viel stärker als in Japan, wie es hier nachzulesen ist: Beobachtungen zu Corona in Japan . In Japan ist das Tragen einer Maske seit vielen Wochen erste Bürgerpflicht. Mit Erfolg: am 24. März 2020 verkündet der japanische Premierminister, dass die Schulen nach den Osterferien wieder öffnen!

Ob das Tragen eines normalen Mundschutzes nicht sogar auch den eigenen Träger schützt, ist umstritten. Doch selbst dafür gibt es Hinweise: Schutz für andere durch Masken . Aber selbst wenn der Eigenschutz im Moment gering ist, schütze ich mit Sicherheit meine Umgebung. Denn falls ich infiziert sein sollte, es aber (noch) nicht weiß, da ich, wie Sie oder Du, also wie die allermeisten Infizierten KEINE Symptome zeige, bin ich doch ansteckend für andere. Was ist, wenn ich nun unwissentlich jemand anstecke, der gefährdet ist? Wenn meine Ausatem-Tröpfchen zu jemanden hinübersegeln, der zwar jung ist, aber eine Vorerkrankung hat, von der ich nichts weiß und er vielleicht auch nicht?

Wenn ich und du und wir alle nun immer eine Maske tragen, sobald wir das Haus verlassen, schützen wir mit Sicherheit die anderen – und vielleicht auch uns. Dabei helfen nicht nur käufliche Masken, auch die Baumwolltücher, die wir vor Mund und Nase spannen, helfen schon! Baumwolltücher schützen andere. Mittlerweile gibt es auch im Netz Anleitungen, sich selbst eine Maske zu nähen, etwa von der Stadt Essen.

Seien wir also für die Zeit von Corona ein wenig asiatisch! Denken wir zumindest im gleichen ATEMZUG an die anderen wie an uns, dann gewinnen wir alle. Wie einfach das ist. Ich denke an die anderen und schütze damit auch mich. Denn mit einer allgemeinen Maskentragekultur geht die Infektionsrate noch schneller runter. Zumindest spricht sehr vieles dafür. Ich denke an die anderen und tue gleichzeitig etwas für mich. Wie toll ist das denn!